Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Münster

11. Symposium "Perspektiven für Wohnungsgenossenschaften"

Mitgliederkonzepte - Umsetzung und Kommunikation

Die Mitgliedschaft ist ein Wesensmerkmal von Wohnungsgenossenschaften, das dazu dienen kann, sich von anderen Marktteilnehmern zu unterscheiden und einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen. Hierfür ist es jedoch notwendig, geeignete Mitgliederkonzepte zu entwickeln. Dieser Herausforderung muss man sich stellen und als Chance begreifen, das Alleinstellungsmerkmal der Mitgliedschaft zu nutzen und den daraus resultierenden Wettbewerbsvorteil weiterzuentwickeln. Dies war der einstimmige Tenor der Teilnehmer des 11. Symposiums "Perspektiven für Wohnungsgenossenschaften", zu dem das Institut für Genossenschaftswesen (IfG) der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und der Verband der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen (VdW) am 18. Oktober 2007 nach Münster eingeladen hatten.

Rund 130 Teilnehmer diskutierten und erarbeiteten bei der Tagung unter dem Titel "Mitgliederkonzepte - Umsetzung und Kommunikation", dass die Mitglieder im Kern und Herz der Wohnungsgenossenschaft anzusiedeln sind. Hierfür müssen geeignete Konzepte entwickelt, umgesetzt und schließlich kommuniziert werden. Diese Thematik wurde in Vorträgen vorgestellt und in anschließender Diskussion intensiv erörtert. Es wurden Methoden präsentiert, wie man Mitglieder gewinnen, binden und notfalls wieder Rückgewinnen kann. Abgerundet wurde der Vortrag durch Umsetzungsbeispiele aus der Praxis.

Burghard Schneider, Vorstandssprecher des VdW Rheinland Westfalen, begrüßte die Teilnehmer und blickte hierbei auf zehn erfolgreiche Veranstaltungen zurück. Die Symposien seien aus Sicht der Praktiker nicht mehr wegzudenken und genießen darüber hinaus einen hervorragenden Ruf. Wohnungsgenossenschaften bieten Werte für Mitglieder und sind ein Garant für Nachhaltigkeit, dauerhafte Verantwortung, Einbindung von Mitgliedern und liefern darüber hinaus einen gesellschaftlichen Beitrag. Nach der Begrüßung stellte Prof. Dr. Theresia Theurl, geschäftsführende Direktorin des IfG Münster, vor, wie eben diese Werte und das damit verbundene Alleinstellungsmerkmal kommuniziert werden können. Das geeignete Instrument hierfür sei das MemberValue Reporting. Prof. Dr. Manfred Krafft, Institut für Marketing der Universität Münster, erläuterte die Phasen des Kunden- bzw. Mitgliedermanagements und hier im Besonderen das Akquisitions- und Mitgliederbindungsmanagement. Mitglieder und Unternehmen müssen zusammengehören und schließlich sei es das Ziel, Mitglieder zu Enthusiasten zu entwickeln. Nach diesen theoretischen Ausführungen ging Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstands-vorsitzender des Spar- und Bauvereins Dortmund eG, auf den Public Value und die Stadtrendite ein. Sein Vortrag ging der Frage nach, welchen Beitrag Genossenschaften zum Wohnumfeld leisten können und wie dieser ermittelt und kommuniziert werden kann. Zur Mitgliederrendite referierte Petra Böhme, Vorstandsmitglied des Altonaer Spar- und Baurvereins Hamburg eG. Sie hob in ihrem Vortrag hervor, wie ihre Genossenschaft eine Mitgliederrendite nach dem Inputorientierten Ansatz ermittelt hat und welches Ziel hiermit langfristig sichergestellt werden soll. Ziel sei es, über eine positive Außenwirkung die Zukunftsfähigkeit der Genossenschaft sicherzustellen. Karl-Heinz Range, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Wohnstätten 1889 Kassel eG erläuterte, Strategien der Findung und Einbindung von Mitgliedern.  Hierbei stellte er vor allem das Relationship Marketing in den Vordergrund. Zum Mitgliederkonzept der Volksbank Hamm sprach Jürgen Kraft, Vorstandsmitglied derselbigen und stellte hierbei den Förderauftrag, der für Wohnungsgenossenschaften in gleichem Maße Geltung findet, als Erfolgsfaktor vor. Die Kommunikationspolitik der Genossenschaft muss Member Relationship Management als zentralen Punkt ihres Handelns begreifen.

Die angesprochenen Themen wurden nach der Mittagspause in zwei weiteren Vorträgen vertieft. Erhard Reiche, Vorstandsmitglied Wohnungsgenossenschaft Düsseldorf-Ost eG, ging auf Unternehmensleitbilder und Werte ein. Er gab Antworten auf die Frage wie die Grundlagen der Mitgliederstrategie im Leitbild zu verankern und in der unternehmerischen Praxis anzuwenden sind.

Im abschließenden Vortrag der Tagung referierte Fritz Zitterich, Vorstandsvorsitzender Bauverein Leer eG, zum Thema "Was will das Mitglied"? Hierbei ging er darauf ein, wie Fragebögen zu erstellen und strategisch zu integrieren sind.

Das nächste Symposium dieser Reihe findet im Herbst 2008 ebenfalls wieder in Münster statt.

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