Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Münster

WiWi-Studierende gewinnen Soft-Skill-Wettbewerb

„Wie können Hochschulen ihre Studierenden beim Erwerb von Soft Skills unterstützen?“ Zu dieser Thematik veranstaltete das Meyer-Camberg-Institut aus München und e-fellows.net im letzten halben Jahr einen Soft-Skill-Wettbewerb.

Teilnehmer von insgesamt 64 Hochschulen aus Deutschland und dem europäischen Ausland ließen ihren Ideen freien Lauf und reichten 94 Wettbewerbsbeiträge ein. Die fünf besten Konzepte wurden mit Preisen im Wert von insgesamt 15.000 Euro prämiert und im Rahmen eines Festaktes in München geehrt.

Die vier Münsteraner Bachelor-Studenten Guido Hardieck, Alexander Styles, Arne Tutschapsky und Hauke Vierke von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät belegten mit ihrem Konzept den ersten Platz, der mit einem Wettbewerbsbeitrag aus München geteilt wird. Durch ihr Bachelor-Studium „Politik und Wirtschaft“ am Institut für Ökonomische Bildung sind die vier Studenten in den vergangenen drei Jahren immer wieder gefordert worden, neben dem fachlichen Wissen auch soziale Kompetenzen aufzubauen. So entstand auch der Entschluss, an dem Wettbewerb teilzunehmen, sagt Arne Tutschapsky: „Im Verlauf unseres Studiums beschäftigten wir uns oft damit, wie z.B. Präsentationen zielgerichtet aufbereitet werden können. So konnten wir unsere eigenen Erfahrungen in unser Konzept einfließen lassen.“

Der Erwerb von Schlüsselqualifikationen ist neben der fachlichen Ebene ein wichtiger Baustein in der universitären Lehre, wie die Gruppe meint. Guido Hardieck sagt dazu: „Erlerntes Fachwissen wird durch den technischen Fortschritt abgewertet. Weiche Qualifikationen hingegen entwerten sich nicht.“ Der Begriff Soft Skills wird in vielerlei Richtung verwendet. Daher wird in dem prämierten Konzept klar unterschieden, welche Schlüsselqualifikationen in der Universität vermittelt werden – und welche nicht. Denn Soft Skills, wie etwa Führungspersönlichkeit oder Einfühlungsvermögen scheinen Talente zu sein, die nicht in der Theorie erlernt werden können.

Die Gruppe stand so vor der Herausforderung, ein universitäres Programm zu strukturieren, das an Soft Skills heranführt und diese vermittelt, ohne den Charakter oder die Persönlichkeit der Studierenden zu bewerten. Dies gelang durch eine Reduzierung des großen Soft-Skills-Begriffes. So entwickelten die vier Studenten verschiedene Lehrbausteine für die relevanten Kategorien Methodik, Selbstreflexion und Soziales Verhalten.

Zu der Förderung kommt auch der Appell an die Eigeninitiative: Kern des Fordern-Bausteins ist hier eine eigenständige Projektarbeit, die die Studierenden bis zum Ende ihres Studiums abgeben müssen. „Das Konzept ist dabei auch finanzierbar“ betont Alexander Styles und sagt, dass „nach unserer Berechnung für die individuelle Soft Skill-Ausbildung Kosten von ca. 100 Euro pro Student oder Studentin zu erwarten sind.“ Mit Hilfe von Studienbeiträgen und professionellem Fundraising ist das Konzept also auch in der Praxis umsetzbar.

Der Weg in diese Richtung ist bereits eingeschlagen. Derzeit werden ausgewählte Hochschulen über die prämierten Konzepte informiert. Über die Kultusministerien der Bundesländer sollen zudem die verantwortlichen Hochschul-Politiker für die Thematik gewonnen werden. „Es würde uns sehr freuen, wenn unsere Vorschläge von den Universitäten aufgegriffen werden“, sagt Arne Tutschapsky. Denn „Soft Skills sind neben dem Fachwissen eine wichtige Voraussetzung für den universitären und beruflichen Erfolg der Studierenden.“

Mehr Informationen sind unter www.soft-skill-wettbewerb.de abrufbar.

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