Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Münster
Festveranstaltung anlässlich des 80. Geburtstags von Prof. Dr. Dr. h.c. Schumann
Prof. Schumann blieb auch nach der Emeritierung im Jahr 1995 aktiv. Er übernahm mehrfach Gastprofessuren in Kobe/Japan und lehrte im Wintersemester 1999/2000 als Gastprofessor in Innsbruck und Dresden. Noch heute publiziert er wissenschaftliche Beiträge und Bücher, durch die er bei Studierenden der Wirtschaftswissenschaften weit über Münster hinaus bekannt ist. Insbesondere sein Lehrbuch zur mikroökonomischen Theorie ist ein wichtiges Grundlagenwerk, das im deutschsprachigen Raum mit einer verkauften Auflage von über 150.000 Exemplaren Marktführer ist. An der überarbeiteten 8. Auflage haben Jochen Schumanns Schüler Ulrich Meyer (Universität Bamberg) und sein Nachfolger Wolfgang Ströbele als Koautoren mitgewirkt.
Geboren in Kassel, studierte Jochen Schumann nach einer zweijährigen kaufmännischen Lehre das Fach Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Frankfurt/Main und Innsbruck/Österreich und legte 1955 die Diplomprüfung ab. 1959 wurde er mit einer Dissertation über die Sektorenanalyse in Frankfurt zum Dr.rer.pol. promoviert. 1960 ging er als Fellow der Rockefeller Foundation in die USA und besuchte dort die University of Pennsylvania, die Stanford und die Harvard University. Zurückgekehrt an die Universität Frankfurt habilitierte er sich mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1967 für das Fach Volkswirtschaftslehre mit einer Untersuchung zur Entwicklung der Input-Output-Theorie und wurde zum Dozenten ernannt.
Noch im gleichen Jahr folgte Prof. Schumann dem Ruf auf einen Lehrstuhl für Volkswirtschaftstheorie an der Westfälischen Wilhelms-Universität und wurde in Münster zum Direktor des Instituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ernannt. Im Akademischen Jahr 1971/72 war er Dekan des Fachbereichs Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Ehrenvolle Rufe an die Universitäten Frankfurt/Main (1970) und Passau (1978) sowie an das International Institute for Applied Systems Analysis in Laxenburg bei Wien (1980) lehnte er ab.
Prof. Schumann gehört zahlreichen wissenschaftlichen Gremien im In- und Ausland an. So war er unter anderem von 1983 bis 1987 Mitglied des erweiterten Vorstands der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Verein für Socialpolitik) und Vorsitzender ihres Ausschusses für Außenwirtschaftstheorie und -politik. Er ist Gründungsmitglied der International Input-Output Association (IIOA). Bereits seit 1972 baute Prof. Schumann enge Beziehungen zur Ökonomischen Hochschule in Wroclaw/Breslau auf, die zu einer 1984 besiegelten Partnerschaft zwischen der Universität Münster und der polnischen Hochschule führten. Dabei gelang es ihm, auch in den schwierigen Zeiten der Ost-West-Konfrontation die Grundgedanken einer funktionierenden Marktwirtschaft zu vermitteln. Im Jahre 1986 erhielt er einen Ehrendoktor der Ökonomischen Hochschule "Oskar-Lange-Akademie" in Wroclaw/Breslau, auch für seine Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung.
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