Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Münster
Professionelle Bewerbungsunterlagen
Überzeugen im Anschreiben
Ihr Anschreiben (von einigen Unternehmen auch Motivationsschreiben genannt) ist der inhaltliche Vorgeschmack auf Ihre gesamten Bewerbungsunterlagen und gleichzeitig ein Beispiel für Ihre Fähigkeit zu formulieren. Es sollte kurz und prägnant verfasst sein und eine Seite nicht überschreiten.
Checkliste - Bestandteile des Anschreibens:
- Briefkopf (Name, Anschrift, Telefon, E-Mail-Adresse)
- Anschrift des Unternehmens (inkl. Empfängername)
- Datum
- Betreffzeile (Vermerk, auf welche Stelle Sie sich bewerben)
- Persönliche Anrede
- Text Ihres Schreibens (Orientierungshilfen siehe unten)
- Grußformel, Unterschrift
- Anlagen (Die Anlagen werden nicht einzeln aufgezählt)
Für den Text des Anschreibens können Sie sich an folgender Gliederung orientieren:
- Einstieg: Bezug auf ein (Telefon-) Gespräch/Kontakt (z.B. auf einer Messe, vorheriger Tätigkeit, Netzwerke etc.), Hintergrund der Bewerbung (bspw. Studienschwerpunkte).
- Qualifikationen: Was haben Sie zu bieten? Gehen Sie auf Ihre Fachkenntnisse und auf darüber hinausgehende Kompetenzen (Methoden- und Soziale Kompetenzen) ein. Beschreiben Sie, wo Sie diese erworben und wo Sie diese bereits erfolgreich in der Praxis eingesetzt haben. Wählen Sie dabei jene Kompetenzen und Kenntnisse aus, die zentral für die ausgeschriebene Stelle sind.
- Motivation: Warum bewerben Sie sich und warum interessiere Sie sich gerade für diesen Einsatzbereich und dieses Unternehmen? Warum können Sie diese Aufgabenstellung erfolgreich lösen? (Zeigen Sie den "roten Faden", der sich durch Ihre berufliche Laufbahn zieht.)
- Organisatorisches: Wann können Sie anfangen? Wie lange stehen Sie für ein Praktikum/eine Abschlussarbeit zur Verfügung? Was wollen Sie verdienen [nur, wenn Sie danach gefragt werden]?
- Abschluss: Bitte um ein persönliches Gespräch
Features
Der Lebenslauf
Der Lebenslauf ist das zentrale Dokument Ihrer Bewerbung und die Erwartungen an diesen sind ebenso hoch wie eindeutig: Er soll dem Leser alle relevanten Informationen über Lebens-, Studien- und Berufsweg vermitteln und eine konsequente Ausrichtung auf die jeweilige Position erkennen lassen. Ihr Lebenslauf sollte zwei bis drei Seiten umfassen. Zudem empfehlen wir Ihnen, Ihren Lebenslauf umgekehrt chronologisch zu ordnen, damit die wichtigsten (zeitlich jüngsten) Qualifikationen auf den ersten Blick sichtbar sind.
Checkliste - diese Daten gehören in Ihren Lebenslauf:
- Persönliche Daten
- Praktika und Berufserfahrungen
- Studium bzw. Berufsausbildung
- Angaben zu Wehr- oder Zivildienst
- Schulausbildung
- Zusatzausbildungen und Weiterbildungen
- Besondere Kenntnisse (Sprache-, EDV-Kenntnisse)
- (evtl.) Referenzen und Veröffentlichungen
- Ort, Datum und Unterschrift
TIPP: Sortieren Sie Ihr Profil nach logischen Gesichtspunkten und bilden Sie daraufhin entsprechende Rubriken (bspw. praktische Erfahrungen, wissenschaftliche Ausbildung, Auslandserfahrungen usw.). Wichtig ist zudem, dass Ihr Lebenslauf auch einer optischen Systematik folgt, d.h. benutzen Sie ein einheitliches Format für die zeitlichen (bspw. 06/2007 - 09/2007) und inhaltlichen Angaben (z.B. Firmenname, Ort, Auflistung Tätigkeiten).
Features
Zeugnisse
Zu einer vollständigen Bewerbung gehören neben Anschreiben, Lebenslauf und eventuellem Deckblatt, auch für den Arbeitsplatz relevante Zeugnisse und Bescheinigungen. Diese beigefügten Unterlagen sollen vor allem eins: Ihre Qualifikationen und Fähigkeiten dokumentieren.
Achten Sie bei der Zusammenstellung Ihrer Zeugnisse auf Lückenlosigkeit und Vollständigkeit und überprüfen Sie, ob sich die Daten der Zeugnisse mit den Angaben in Ihrem Lebenslauf decken. Für Bewerber mit vielen Zeugnissen und Referenzen bietet es sich an, ein Deckblatt zu den beigefügten Unterlagen zu gestalten.
Checkliste - diese Zeugnisse können Teil der Bewerbung sein:
- Berufstätigkeit (Arbeitszeugnisse)
- Ausbildung (Hochschul- und Abiturzeugnis)
- Praktika/Werkstudententätigkeiten
- Weiterbildungen
- sonstige Tätigkeiten (wissenschaftliche oder freie Mitarbeit, ehrenamtliches Engagement etc.)
Features
Special: Arbeitsproben
Für die Bewerbung im Kreativ-Bereich werden im Vergleich zu klassischen Bewerbungsunterlagen oftmals zusätzliche Bewerbungsvoraussetzungen verlangt. Zu den speziellen Bewerbungsunterlagen gehören zum Beispiel Arbeitsproben, die Ihre praktischen Erfahrungen unter Beweis stellen sollen und von Unternehmen oft erwartet werden. Für die verschiedenen Branchen im Kreativbereich stehen Ihnen als Bewerber/in mehrere Möglichkeiten offen.
- Berufseinsteiger/innen: Erstellen Sie eine "neue" Arbeitsprobe, die auf das Unternehmen zugeschnitten ist und zeigen Sie dem Unternehmen, dass Sie es verstehen, auf die Unternehmensphilosophie einzugehen.
- Grafiker/innen, Texter/innen: Verweisen Sie auf bereits durchgeführte Kampagnen.
- Webdesigner/innen: Geben Sie Ihre Websites im Lebenslauf an, die den Unternehmen zusätzliche Informationen liefern.
Eine eigene Bewerbungshomepage bietet sich an, wenn diese als zusätzliche Arbeitsprobe in den Bewerbungsunterlagen aufgeführt wird, so dass die Fähigkeiten gleich an einem praktischen Beispiel demonstriert werden. Verweisen Sie daher in Ihrem Anschreiben auf Ihre Bewerbungshomepage.
Sie eignet sich sowohl als Ergänzung der Unterlagen wie auch als eigenständige Arbeitsprobe.
Das Bewerbungsfoto
Das Bewerbungsfoto in Ihrem Lebenslauf oder auf dem Deckplatt Ihrer Bewerbung ist ein entscheidendes Element Ihrer Bewerbungsunterlagen: Es ist der erste Eindruck, den ein Personalverantwortlicher von Ihrem Äußeren erhält. Ihr Bewerbungsfoto sollte Ihre Persönlichkeit bestmöglich transportieren und dem Leser Ihrer Unterlagen sympathisch im Gedächtnis bleiben. Deshalb ist es ratsam, Ihr Bewerbungsfoto bei einem entsprechend professionellen Fotografen anfertigen zu lassen.
Tipps für die Auswahl eines geeigneten Fotografen:
- Fragen Sie bei Verwandten, Freunden und Bekannten nach Empfehlungen für geeignete Fotografen und lassen Sie sich von ihnen ihre Bewerbungsfotos zeigen
- Besuchen Sie die Websites von Fotografen, so dass Sie einen ersten Eindruck vom jeweiligen Stil der Bewerbungsfotos erhalten
- Suchen Sie die Fotografen unverbindlich auf und stellen Sie Ihr Anliegen kurz vor; ein professioneller Fotograf sollte Sie nach der gewünschten Position, für die das Bewerbungsfoto gedacht ist, fragen und Ihnen Tipps zur Vorbereitung geben
- Treffen Sie auf Grundlage Ihrer Zufriedenheit mit der Dienstleistung sowie nach Sympathie Ihre Entscheidung
Ob das Bewerbungsfoto aufgrund des neuen AGG (siehe unten) im Laufe der Zeit überflüssig wird, wird sich erst in den nächsten Jahren herausstellen. Noch erwarten viele Unternehmen in Deutschland stillschweigend ein Bewerbungsfoto und eine Bewerbung ohne Foto wird tendenziell negativ bewertet.
Features
Special: Online-Bewerbung
Online-Bewerbungen liegen voll im Trend und werden von vielen Unternehmen als gleichwertige Alternative zur klassischen Bewerbung eingestuft. Schließlich sprechen die Vorteile für sich: Die elektronische Bewerbung ist für alle Beteiligten schneller und kostengünstiger und gleichzeitig stellen die Bewerber ihre Fähigkeiten im Umgang mit dem Medium unter Beweis.
Achten Sie bereits in der Stellenausschreibung auf den Hinweis, ob eine digitale Bewerbung oder eine klassische Bewerbungsmappe erwünscht ist, und halten Sie sich an diese Vorgabe. Bedenken Sie zudem, dass Sie bei der elektronischen Bewerbung genauso sorgfältig arbeiten müssen wie bei einer klassischen Bewerbung.
Checkliste - E-Mail-Bewerbung:
- Ermitteln Sie den richtigen Ansprechpartner für Ihre Bewerbung
- Wählen Sie eine aussagekräftige Betreffzeile
- Verfassen Sie das Anschreiben als Textdokument
- Fassen Sie dann Ihre gesamte Bewerbung (von Deckblatt über Anschreiben bis Zeugnisse) in einem PDF-Dokument zusammen
- Speichern Sie den Anhang unter einer eindeutigen Dateibezeichnung (Mustermann_Bewerbung.pdf)
- Prüfen Sie die den Anhang auf seine Datengröße und komprimieren Sie die Datei ggf.
- Bieten Sie an, Unterlagen schriftlich nachzureichen
- Wählen Sie eine Standardschrift und halten Sie sich mit Formatierungen (fett, kursiv, bunte Hintergründe) zurück
- Verwenden Sie eine seriöse Mailadresse als Absender
Online-Bewerbungsformular
Als Alternative zur E-Mail-Bewerbung bieten viele Unternehmen inzwischen die Möglichkeit, sich direkt auf ihren Websites online zu bewerben. Dabei hilft Ihnen entweder ein sog. Bewerbungsformular oder ein eigenständiges Bewerbungs-Tool. Die Bewerbung kann dann ganz unterschiedlich gestaltet sein: Von einfachen, starr vorgegebenen Antwortkategorien bis hin zu vielen Textfeldern für eigene Formulierungen.
TIPP: Es ist hilfreich, wenn Sie sich das Formular vor der Eingabe ausdrucken und in Ruhe Ihre Antworten bearbeiten. Falls ein Textfeld für ein Anschreiben vorgesehen ist, sollten Sie diese Gelegenheit nutzen und unbedingt ein paar Zeilen formulieren. Denn auch bei standardisierten Bewerbungsformularen können Sie mit Ihrer Individualität überzeugen.
Features
Special: Initiativbewerbung
Neben der klassischen Bewerbung hat sich in den letzten Jahren die "Blind"- oder auch Initiativbewerbung als Alternative bewährt. Dabei werden Bewerbungsunterlagen ohne Bezug auf ein konkretes Stellenangebot versandt oder der direkte Kontakt gesucht. Diese Form der Bewerbung ist mit mehreren Vorteilen verbunden:
- Ihre Bewerbung steht in keiner oder nur geringer Konkurrenz,
- Sie demonstrieren Engagement, Initiative und Motivation,
- Sie müssen bei der Formulierung Ihrer Qualitäten nicht die Anforderungen einer Stellenanzeige berücksichtigen, sondern können sich so präsentieren, wie es Ihnen am vorteilhaftesten erscheint,
- selbst wenn derzeit kein Personalbedarf besteht, wird der Personalverantwortliche - wenn Sie ihn mit Ihrer Bewerbung überzeugt haben - u. U. Ihre Bewerbung in der Wiedervorlage belassen.
Die Initiativbewerbung entspricht in Form und Aufbau der üblichen Bewerbung um eine konkret ausgeschriebene Stelle. In Bezug auf die Bewerbungsmappe gibt es keine grundsätzlichen Unterschiede. Nur das Anschreiben selbst unterliegt anderen Anforderungen:
- Die Initiativbewerbung sollte sich stets an einen konkreten Adressaten richten. Deshalb müssen Sie den Namen des Empfängers in Erfahrung bringen.
- Das Anschreiben sollte eine (knappe) Antwort auf die folgenden fünf Fragen geben: Wer und was sind Sie? Was machen Sie beruflich? Was haben Sie zu bieten? Was suchen Sie konkret? Warum interessieren Sie sich gerade für dieses Unternehmen?
Vor allem die Beantwortung der letzten Frage verlangt eine umfassende Recherche Ihrerseits.
AGG: Neue Regeln für Ihre Bewerbung
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist seit letztem Sommer in Kraft und hat in den Unternehmen für viel Wirbel gesorgt, denn es gibt Bewerbern und Mitarbeitern mehr Möglichkeiten, vor Gericht gegen Diskriminierungen vorzugehen. Aus Furcht vor möglichen Klagen haben viele Unternehmen ihre Bewerbungsverfahren umgestellt. Das bringt auch Änderungen für die Stellensuchenden mit sich.
Features
Weitere Informationen zur Bewerbung
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